Content für die Website kaufen – worauf Ihr achten müsst

Content für die Website kaufen – worauf Ihr achten müsst

Nachdem wir in unserem letzten Artikel bereits auf die verschiedenen Content-Börsen und deren Vor- und Nachteile eingegangen sind, erklären wir Euch heute noch einmal ausführlich, wie Ihr für Eure Aufträge dort die richtigen Briefings erstellt.

Um (zumindest halbwegs) sicher sein zu können, dass das Ergebnis Euren Vorstellungen entspricht, müsst Ihr wissen, worauf es einem Content-Creator bei der Auftragsvergabe ankommt. Da ich in den letzten Jahren doch ein wenig Erfahrung in dem Bereich gesammelt habe, erzähle ich Euch heute aus der Sicht eines Schreibers, was mir bei den einzelnen Punkten durch den Kopf geht.

Dazu habe ich einfach mal ein zufälliges Briefing von einer der bekannten Content-Seiten kopiert und werde das unten entsprechend kommentieren. Danach dürfte dann auch klar sein, warum man dort (bis auf wenige Ausnahmen) keinen „guten“ Content erhält. (Es handelt sich hier um die „mittlere“, nicht eine der unteren Qualitätsstufen)

Beispiel für ein Textbriefing:

Schreiben Sie einen spannenden Artikel zum vorgegebenen Thema „Internet mobil – Tarife simpel erklärt“ (bitte beachten Sie: Der Auftragstitel beschreibt das Thema, das Thema wird nicht durch die Keywords vorgegeben). (Geändert)

Um die notwendigen Hintergrundinformationen zu erhalten, lesen Sie bitte folgendes E-Book:

http://www.anbieterXYZ.com/ebook.pdf (URL geändert)

Wichtig: Zwar sind für den Auftrag einige Keywords vorgegeben, im Vordergrund steht jedoch der informative Mehrwert für den Leser, nicht die möglichst häufige Verwendung der Keywords.

Zielgruppe sind Nutzer, die über Suchmaschinen nach Informationen zum Thema suchen.

Inhaltliche Vorgaben:

  • 1. Der Text soll im typischen Ratgeber-Stil geschrieben werden: Er soll objektiv und – wo nötig – kritisch sein. Es handelt sich nicht um einen Werbetext! Bitte nennen Sie daher nicht nur Pro-, sondern auch Contra-Aspekte.
  • 2. Die Keywords müssen sinnvoll in den Kontext eingebaut werden.
  • 3. Bitte nennen Sie keine konkreten Angebote oder Preise von Produkten.
  • 4. Grundsätzlich soll der Ratgeber „zeitlos“ formuliert werden, so dass der Text auch in 1-2 Jahren noch aktuell ist.
  • 5. Verwenden Sie jedes Argument nur 1x pro Text!
  • 6. Achten Sie auf eine sinnvolle Struktur sowie eine sinnige Aussage des Textes
  • 7. Verwenden Sie auf keinen Fall Füllwörter und Füllsätze. Dazu zählen auch Sätze wie „in diesem Artikel wird das Thema … näher ausgeführt“ u.ä.
  • 8. Achten Sie auf eine abwechslungsreiche Wortwahl.

Gewünschte Länge sind 300 Worte.

Analyse:

schreibmaschineDer Kunde möchte gerne einen „spannenden“ Artikel haben. Schon hier merkt der Profi, dass ein Nicht-Schreiber das Briefing verfasst haben muss. Spannung ist so ziemlich das letzte Gefühl, welches ich als Leser von einem Handy-Tarif-Ratgeber erwarte.

Als Schreiber übersehe ich solche Vorgaben einfach, da diese völlig subjektiv sind und auch hinterher aus eben diesem Grund nicht moniert werden können. Unnötig.

Danach soll ich ein 15-seitiges „E-Book“ zum Thema lesen – die „notwendigen“ Hintergrundinformationen werden nicht bereit gestellt. Schlechter Stil, Auftraggeber ist offensichtlich faul oder nicht in der Lage, das eigene Produkt in wenigen Sätzen zu umreißen. Für gewöhnlich klicke ich persönlich hier schon auf den nächsten Auftrag. Zeit ist schließlich Geld.

Wichtig: Keywords sind vorgegeben, aber der „informative Mehrwert“ soll im Vordergrund stehen – Zielgruppe sind dann aber doch, einen Satz später, „Nutzer, die über Suchmaschinen nach Informationen zum Thema suchen“. Offensichtlich keine Ahnung von SEO oder warum Keywords überhaupt in einem Text stehen. Frustrierend.

Inhaltliche Vorgaben:

  • 1. Ein „typischer“ Ratgeber soll es sein. Okay – der umfasst aber für gewöhnlich deutlich mehr, als nur 300 Worte. Klingt arg nach Copy-Paste eines anderen Auftrags, ohne die Vorgaben an die gewünschte Länge anzupassen. Sinnlos.
  • 2. Sinnvoll „müssen“ die Keywords eingebunden werden. Ach nee. Dass ich nicht „handy gut weil tarif billig“ schreibe, sollte eigentlich einleuchten. Wieder sinnlos.
  • 3. Bitte keine Preise nennen. Erster guter Hinweis, gehört in jedes Briefing.
  • 4. Neben „informativ“ und „spannend“ soll er jetzt auch noch „zeitlos“ sein. In 300 Worten. In einer Nische, wo Trends im Wochentakt entstehen und wieder verschwinden. Offensichtlich wieder nicht nachgedacht, bevor man diesen Punkt hinzugefügt hat.
  •  

    Anzeige

    DVB-T Abschaltung: freenet TV bietet 20 Euro Provision

    Ihr TV-Bild ist bald weg! 4 Mio. DVB-T-Nutzer müssen upgraden, da Ende März das Signal abgeschaltet wird. Nutzen Sie die Gelegenheit und verdienen Sie 20 Euro Provision pro Sale beim freenet TV Partnerprogramm in Ihrem Affiliate-Netzwerk vitrado.de

    • Günstigstes Full HD-Erlebnis in DE
    • Hohe mediale Aufmerksamkeit
    • Monopolstellung
    Jetzt freenet TV bewerben und 20 Euro pro Sale verdienen

     

  • 5. Welche Argumente? Die, die ich mir erst einmal mühsam aus den 15 Seiten „E-Book“ heraussuchen musste? Danke dafür. Wer bei 300 Worten anfängt, sich zu wiederholen, ist als Texter sowieso am falschen Platz. Unsinnig.
  • 6. Übersetzung: Schreiben Sie bitte in lesbarem Deutsch. Überflüssig.
  • 7. Siehe oben – wer bei 300 Worten noch Platz übrig hat, sollte sich einen anderen Job suchen. So lang ist bei mir manchmal schon die Einleitung.
  • 8. Abwechslungsreiche Wortwahl. Bei 6 Keyword-Vorgaben auf 300 Worte. Lächerlich. Habe schon teilweise Texte abgegeben, bei welchen ich die keywords schlicht ans Ende des Textes gesetzt habe, weil dieser sonst schnell unlesbar geworden wäre.

Wer jetzt denkt: Naja, halb so wild, geht ja nur um einen kurzen Job, wird ja schließlich auch bezahlt. Ja wird es – in diesem Fall mit sagenhaften 3,90 Euro. Ja, Ihr habt richtig gelesen – nach all diesen unsinnigen Vorgaben, 15 Seiten Recherche und evtl. noch entsprechender Vorbildung gibt es auch im mittleren Preissegment für den Schreiber am Ende weniger Geld, als eine Packung des Kaffees kostet, der die Arbeit letztendlich überhaupt erst ermöglicht. Noch einmal: 3,90 Euro – man sollte das einmal sacken lassen.

BuchstabenDass man für solches Kleingeld nicht unbedingt mehr als 20-25 Minuten (wenn überhaupt) investieren KANN (wollen schon gar nicht), um überhaupt noch auf den gesetzlichen Mindeststundenlohn zu kommen, scheint allen Beteiligten egal zu sein. Dass da Altersvorsorge nicht inklusive ist, kann sich jeder denken.

Allerdings muss ich auch die Kehrseite der Medaille erwähnen: So negativ dieser Zustand ist, so zwingt er einige Agenturen doch zum Überdenken ihrer Preisstruktur. Denn auch wenn die oben erwähnten Preise deutlich zu niedrig sind, halte ich persönlich 600 Euro und mehr für eine Seite Text für mindestens genau so lächerlich. Von vierstelligen Preisen für eine simple Infografik ganz zu schweigen.

Fazit:

Denkt vorher nach, welche Infos Ihr selbst bräuchtet, würdet Ihr über ein Euch unbekanntes Produkt schreiben und listet diese auf. Klopft Eure Seite bzw. Euer Produkt auf eben diese Infos ab und stellt sie, möglichst kurz und „aussagekräftig“, zusammen. Erwartet nicht, dass sich jemand 5-6 mal soviel Text durchliest, wie Ihr von Ihm/Ihr letztendlich haben wollt. Erspart Euch Hinweise wie „spannend“ oder „sinnvoll“ – Ihr redet mit (größtenteils) professionellen Schreibern – wüsstet Ihr selbst besser, wie das geht, würdet Ihr dort keine Aufträge vergeben. Selbes gilt übrigens für „zeitlos“. Wenn Ihr wisst, welche Pro/Contra-Argumente es gibt, listet Sie auf – ich werde fürs Schreiben bezahlt, nicht für einen Produkttest.

Zu guter letzt: Zahlt den Leuten keinen Hungerlohn, wenn Ihr vernünftige Arbeit wollt. Hätte der Auftraggeber sich hier herabgelassen, das 4-5 fache zu zahlen, könnte man als Schreiber sogar davon leben und er würde im Vergleich zur Agentur immer noch locker 80-90% sparen. Es gibt mittlerweile einige Auftraggeber, die auf diesen Zug aufgesprungen sind – von mir aus können es ruhig mehr werden.

 

Unbedingt lesen solltest du auch

Categories: Affiliate News

Über den Autor

Martin

Martin

Martin ist Community-Manager bei AffiliatePeople und schreibt regelmäßig Beiträge für Affiliate Deals. Als klassischer Quereinsteiger der Online Branche ist Martin vielfältig interessiert und aufgrund seiner Twitter-Leidenschaft immer auf den neuesten Stand wichtiger News.

Kommentare

  1. maria
    maria 7 Dezember, 2015, 17:36

    Dann achte DU doch bitte auf richtige Rechtschreibung. Ihr wird in dem Sinne, wie Du es in der Überschrift verwendest, klein geschrieben, denn Du meinst ja den Plural und nicht das königliche Ihr ;-)

    Antworten
  2. Martin Bahls
    Martin Bahls 10 Dezember, 2015, 11:24

    Genau wie man bei Einzelpersonen das Sie groß schreibt, schreibt man bei einer Gruppe, die man anspricht, das Ihr groß, vergleich Du im Brief.

    Gruß

    Antworten
  3. Kreativ Geldverdienen
    Kreativ Geldverdienen 29 Dezember, 2016, 17:10

    Zurück zum Thema…wo drauf man achten muss wenn man Content kauft. Vielen Dank für diesen hilfreichen Beitrag, Muss wohl eingestehen meinen bisherigen Briefungs mehr als Miserabel…Ab heute verspreche ich Besserung :)

    Antworten

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.
Pflichtfelder*