Google launcht auf “Machine Learning” basierende Werbeprodukte

Google launcht auf “Machine Learning” basierende Werbeprodukte

Im Rahmen der Google Marketing Live 2018, die am 10. Juli in Kalifornien stattfand, wurden wieder eine Menge spannender Projekte vorgestellt. Unter anderem kündigte der Konzern den Launch neuer Werbeprodukte an, die vor allem auf maschinellem Lernen basieren.

Neben wichtigen Neuheiten, wie zum Beispiel der Umbenennung von Google AdWords zu Google Ads und der neuen Google Marketing Plattform, erregte vor allem eines die Aufmerksamkeit der zahlreichen Besucher: der Einzug von maschinellem Lernen in das Werbeformat Google Ads. Mit Hilfe von “Machine Learning” sollen Anzeigen noch zielgerichteter erstellt und platziert werden.

 

Wir stellen Euch die neuen Formate vor!

Responsive Suchanzeigen

Dieses völlig neue Anzeigeformat passt Werbetexte ständig an, so dass Advertiser ihren Kunden möglichst relevante Botschaften und Inhalte präsentieren können. Hierzu stellen Advertiser bis zu 15 mögliche Anzeigentitel und bis zu 4 Textzeilen zur Verfügung. Diese werden dann von Google im Alleingang mittels A/B-Testing optimiert zusammengestellt. Der Algorithmus testet verschiedene Zusammenstellungen aus und lernt mit der Zeit von selbst, welche Kombinationen bei den verschiedenen Suchanfragen die besten Ergebnisse erzielen. Die Anzeigeninhalte sollen so optimal an das Suchverhalten der Kunden angepasst werden und die Leistung der jeweiligen Kampagne steigern.

Ein weiterer Vorteil ist, dass responsive Ads in den Suchergebnissen mit drei anstatt zwei Anzeigentiteln erscheinen. Auch können sie zwei bis zu 90 Zeichen lange Beschreibungen enthalten. Die Beschreibung war bisher auf 80 Zeichen begrenzt. Google spricht von durchschnittlich 15,00 % mehr Klicks auf responsive Ads in der Testphase. In den kommenden Monaten soll das Feature dann für alle verfügbar sein.

Optimierung der Performance von YouTube-Anzeigen

Neben responsiven Ads präsentierte Google auch einen neuen Weg zur Werbeanzeigen-Optimierung auf dem Videoportal Youtube. “Maximize Lift” heißt Googles Smart Bidding Strategie zur Maximierung der Anzeigenwirkung. Kampagnen können nun mit dem Ziel erstellt werden, die Performance von Bewegtbildwerbung zu optimieren und so die Markenwahrnehmung bei den Kunden zu verbessern. Das ganze wird mit Hilfe von maschinellem Lernen unterstützt. Google prüft, an welchen Stellen der Customer-Journey die Werbeplatzierung am meisten Sinn ergibt. Angebote werden an die Auktionszeit angepasst, um die Nutzer optimal mit den Videoanzeigen zu erreichen. Dies wirkt sich nachgewiesenermaßen positiv auf die allgemeine Markenwahrnehmung aus. Mit Hilfe von maschinellem Lernen werden Anzeigen bestmöglich auf diejenigen Nutzer abgestimmt, welche am ehesten an einem Kauf bei der Marke interessiert sind.

Maximize Lift ist derzeit als Beta-Version verfügbar und wird noch in diesem Jahr für Werbetreibende zur Verfügung gestellt.

Smarte Shopping-Kampagnen

Die “Machine Learning” gestützte Kampagne sorgt dafür, dass Werbetreibende ihre Umsatzziele erreichen, ohne einzelne Produkte, Keywords oder Gebote manuell verwalten zu müssen. Google entscheidet, wo die Shopping-Anzeigen ausgespielt werden. Diese können in der Google-Suche, in der Bildersuche, auf YouTube, in einer App oder auf einer Drittanbieter-Webseite platziert werden. Das maschinelle Lernen Googles berücksichtigt hierbei verschiedene Signale, wie zum Beispiel eine saisonale Nachfrage oder die Preisgestaltung. Dementsprechend wählt der Algorithmus dann eigenständig passende Produkte aus. Als Ziel können neben der Maximierung des Conversion-Wertes nun auch Ladenbesuche oder die Akquise von Neukunden definiert werden.

Smart-Shopping-Kampagnen können sowohl in Google Ads, als auch über die  E-Commerce-Software Shopify verwaltet werden.

Lokale Kampagnen regen zu Offline-Käufen an

Mit Local Campaigns sollen vor allem Unternehmen angesprochen werden, bei denen der Kundenkontakt nicht im Internet, sondern vorwiegend bis gänzlich in Geschäfts- und Verkaufsräumen stattfindet. Die Kampagne hilft dabei, Kunden von sog. “Brick and Mortar” Stores auch “offline” zum Kaufen anzuregen. Das System dahinter ist simpel: Advertiser hinterlegen ihre Adresse sowie ein bestimmtes Budget. Die Anzeigen werden dann über sämtliche Google-Werbenetzwerke automatisiert und optimiert ausgespielt. Google greift hier unter anderem auf die Standortdaten seiner Nutzer zu. Das Feature wird in den kommenden Monaten verfügbar sein.

Fazit

Wie es Sridhar Ramaswamy, Senior Vice President of Ads & Commerce bei Google, auf der Google Marketing Live 2018 bereits richtig erkannte: Die Leute wollen nicht länger einfach nur schnelle Antworten. Vielmehr wünschen sie sich einen Assistenten, der sie unterstützt, Dinge fertig zu bringen und vor allem Geld und Zeit zu sparen. Die auf maschinellem Lernen basierenden Algorithmen können hier Abhilfe schaffen.

Das maschinelle Lernen ist jedoch keine Neuzeit-Erfindung: bei Google-Produkten steht es schon seit Jahren im Fokus und Marketer greifen oftmals auf “machine learning” Algorithmen zurück, ohne es überhaupt zu wissen. Mit der diesjährigen Google Marketing Live Präsentation rückte Google das maschinelle Lernen nun bewusst in den Vordergrund und stellt Advertisern spannende neue Werkzeuge zur Verfügung.

Werbetreibende müssen sich jedoch in Geduld üben. Bis alle Features auch in Deutschland zur Verfügung stehen, kann es noch einige Zeit dauern.

 

Hier könnt ihr euch die komplette Präsentation nochmals anschauen:

Categories: Aktuelle News, Tech

Über den Autor

Lena Rymkiewitsch

Lena Rymkiewitsch

Lena studiert Cross-Media in Hamburg und schreibt seit 2018 für die Affiliate Deals Online Redaktion. Schon früh hegte sie großes Interesse an journalistischen Tätigkeiten. Hierbei begeistert sie sich vor allem für alle Themen rund ums Online-Marketing. Außerdem gehören Sport, Kinobesuche und gutes Essen zu Lenas Leidenschaften.

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