Experteninterview

Aktuelle Stimmen aus dem Affiliate-Marketing - Mit Andres Sasnovskis und Richard Oberhofer von Wegbains


Seit fast zwei Monaten beschäftigt auch die Affiliate-Marketing Branche sich mit der Corona-Krise. In dieser Woche haben wir uns beim Netzwerk Webgains umgehört und mit Andreas Sasnovskis und Richard Obernhofer über die Auswirkungen für die Branche gesprochen.

Andreas Sasnovskis Andreas Sasnovskis
Richard Obernhofer Richard Obernhofer

1. Welche Maßnahmen habt Ihr getroffen?

Andreas:

Um die Ansteckungsgefahr des Virus zu minimieren, hatten wir all unsere global agierenden Teams bereits ab Anfang März ins Homeoffice gehen lassen. Wir waren vermutlich eines der ersten Unternehmen, die diesen Schritt unternommen haben. Da wir im ständigen Austausch mit unseren Kollegen in Mailand stehen, und wir wussten, vor welchen Herausforderungen man dort steht, hat uns das zusätzlich beeinflusst, schnell auf die aktuelle Lage zu reagieren. Digital ist unsere DNA, jeder unserer Mitarbeiter verfügt über einen Laptop und unsere IT-Infrastruktur ist entsprechend aufgestellt. Insofern bedeutet Home-Office weitgehend „business as usual“ für uns. Termine mit all unseren Kunden werden per Videokonferenz gehalten, wodurch wir auch in diesen unsicheren Zeiten ausgezeichneten Service bieten können. Das gesamte Webgains-Team steht allen Kunden und Partnern nach wie vor und wie gewohnt mit Rat und Tat zur Seite. Wir organisieren tägliche Gespräche mit unseren Office-Kollegen in aller Welt und regelmäßige Team-Meetings über Videokonferenzen, um Updates teilen, den Austausch sicherzustellen, die Zusammenarbeit zu stärken, Erfolge hervorzuheben und Engpässe zu vermeiden.

2. Welche Auswirkung hat die Corona-Krise auf Euer Netzwerk?

Richard:

Leider müssen wir, wie viele andere, auf Veranstaltungen oder persönliche Kunden- und Partnertreffen verzichten. Darüber hinaus beobachten wir, dass einige unserer Kunden, beispielsweise aus der Reisebranche, mit den Auswirkungen der Corona-Krise zu kämpfen haben, während andere wiederum, etwa aufgrund ihres Sortiments, der Schließung von Geschäften und der daraus resultierenden Verschiebungen und Verlagerungen im Markt, derzeit profitieren und sogar gestärkt aus der aktuellen Situation hervorgehen könnten. In einem internen Schreiben an unsere Mitarbeiter Anfang März hatten wir im Hinblick auf die aktuelle Krise bereits von einer Rezession gesprochen. Darauf stellen wir uns derzeit ein, denn was auf uns zukommt wird nicht nur eine „normale“ Rezession sein, sondern in unseren Augen eine Strukturveränderung nach sich ziehen bzw. selbige beschleunigen. Das Stichwort lautet: Digitalisierung.

3. Sind trotz der Krise Aktionen für Affiliates geplant?

Andreas:

Selbstverständlich dreht sich das Rad für uns weiter: Wir pflegen und unterstützen die Affiliate-Programme unserer Kunden weiterhin im gewohnt vollem Umfang, sodass es selbstverständlich auch weiterhin Aktionen geben wird.

4. Wie lange wird die Branche brauchen, um sich davon zu erholen?

Richard:

Das ist selbstverständlich ganz von den weiteren Regeln und Einschränkungen zur Eindämmung des Virus abhängig. Noch können wir nicht abschätzen, wie sich der Consumer Index verhält und wie stark die volkswirtschaftliche Rezession ihre Hand über uns hält. Da hier die Endverbraucher betroffen sind, wird das letztendlich auch deren Konsumgüterverhalten und deren Kaufkraft ändern. Leider werden es sicherlich nicht alle Marktteilnehmer durch die Krise schaffen – für uns bleibt natürlich zu hoffen, dass es nur wenige sein werden. Allerdings sind wir auch überzeugt, dass andere hingegen gewiss gestärkt aus der Krise hervorgehen werden. So ist es angesichts des europaweiten Lockdowns seit März nicht überraschend, dass sich die Lage im Reisesektor äußerst schwierig gestaltet, da bestehende Transaktionen storniert werden und sich die Verbraucher mit ihren Planungen zurückhaltend zeigen. Auf der anderen Seite sehen wir sehr positive Entwicklungen in den Bereichen Sport, Leisure & Hobbies, Home & Garden sowie Toys & Games – diese Unternehmen zählen definitiv zu den Lockdown-Profiteuren. Unseren Klienten, die sich gerade in einer schwierigen und unsicheren Phase befinden, sei gesagt, dass Rückschläge auch immer Raum und Kreativität für neue Dinge bedeuten – beispielsweise eine erfolgreiche Online-Strategie. Wir sind davon überzeugt, dass der digitale Vertriebsweg branchenübergreifend an Relevanz, Akzeptanz und Tempo hinzugewinnen wird, auch nach der Pandemie.

5. Siehst Du die Krise als Chance? Etwa für Bereiche wie Online-Shops oder virtuelle Messen im Affiliate-Marketing?

Andreas:

Wie bereits erwähnt ergeben sich aus einer Krise auch immer wieder neue Chancen, denn sie fördert ein Umdenken in vielerlei Hinsicht. Wir sind davon überzeugt, dass es Verticals geben wird, die von der Krise profitieren und gestärkt aus ihr hervorgehen gehen, da sich das Bewusstsein der Menschen verlagert hat und sie ihren persönlichen Konsum überdenken. So werden einige Nischen-Programme neuen Zulauf erhalten. Wir beobachten dies in den Bereichen Supplements, Food-Shops und weiteren, die bislang zumindest in Deutschland noch keine größere Rolle gespielt haben. Darüber hinaus stellen wir derzeit fest, dass die virtuelle Welt für uns alle wichtiger geworden ist und wie sehr wir inzwischen davon abhängig sind, dieser für uns gewohnten Infrastruktur der Online-Welt Beachtung zu schenken.

6. Zählt Ihr zu den Profiteuren der aktuellen Situation? Und wenn ja, inwiefern?

Richard:

Die Pandemie wirkt wie ein Digitalisierungsbeschleuniger. Ich bin überzeugt, dass wir als Affiliate Netzwerk hiervon profitieren werden. Wir führen den vor einigen Jahren eingeschlagenen Weg konsequent fort und sind sehr glücklich darüber, dass wir keine Kurzarbeit beantragen mussten, da wir auch in dieser turbulenten Zeit gut beschäftigt sind. Natürlich ist diese Situation für uns alle ein absolutes Novum. Für alle Marktteilnehmer, für alle Bürger. Wir sollten uns ins Bewusstsein rufen, dass uns ein Test auferlegt wurde, der uns gezeigt hat, wie der herkömmliche Arbeitstag von heute auf morgen verändert werden kann und in welcher Geschwindigkeit dies möglich ist. Daraus zu lernen ist eine Chance, die es zu ergreifen gilt. Denn wir befinden uns alle in derselben Lage. Was lernen wir daraus und was können wir für die Zukunft umsetzen? Wenn wir uns diese Fragen beantworten, sind wir in der Lage, das Maß an Effizienz und Effektivität über die Krise hinweg zu erhalten.

7. Wird nach der Krise ein Umdenken in der Affiliate-Branche stattfinden? Beispielsweise in Bezug auf virtuelle Messen, Videokonferenzen etc.?

Andreas:

Videokonferenzen oder virtuelle Veranstaltungen sind bereits heute gang und gäbe. Diese werden auch weiterhin bestehen – unter Umständen greifen nach der Krise sogar mehr Veranstalter darauf zurück als zuvor. Auf der anderen Seite lebt die Branche aber auch vom persönlichen Austausch und Miteinander. Daher wünschen wir uns, dass wir dazu möglichst schnell wieder zurückkehren dürfen. Sicherlich konnten wir feststellen, dass virtuelle Meetings sehr gut funktionieren, Zeit sparen und die Umwelt schonen, sodass wir künftig den ein oder anderen persönlichen Termin vor Ort verstärkt durch Video-Confering und Co. ersetzen könnten.

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