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Facebook-Konkurrent Ello – Alles zur Entwicklung


Von Affiliate Deals | 17.Dezember 2019

Vor einigen Jahren berichteten wir vom Start eines neuen Sozialen Netzwerkes namens Ello. Alleinstellungsmerkmal und wesentlicher Unterschied zu anderen Plattformen: keine Werbung. Jetzt – lange Zeit nach der Gründung – wollen wir wissen, was aus diesem Plan und dem anfänglichen Hype als Facebook-Konkurrent geworden ist und ziehen Bilanz.

„The Creators Network – Share. Sell. Get Hired.”

Ello startete als privates Netzwerk, dem man nur beitreten konnte, nachdem man eingeladen wurde oder eine Anfrage gesendet hatte. Mittlerweile ist das Netzwerk offen für alle.

Ello bezeichnet sich als einziges Netzwerk, welches von Gestaltern für Gestalter gegründet wurde und ist für Nutzer völlig kostenlos. Mit Gestaltern sind vor allem Künstler, Designer, Musiker, Illustratoren, Fotografen, Architekten, GIF-Liebhaber und dergleichen, gemeint. Und aus diesen setzt sich auch der Großteil der Nutzer zusammen.

Das Besondere an Ello:

  • Keine Werbeanzeigen
  • Nutzerdaten werden nicht an Advertiser oder Dritte weitergegeben
  • Keine real name policy
  • komplette Kontrolle über den eigenen Account und die Inhalte

Geld verdienen ohne Werbung und Big Data?

Im Gegensatz zu anderen sozialen Netzwerken sammelt Ello keinerlei persönliche Daten, die bei der Konkurrenz unter anderem für die Einnahmen durch Werbeanzeigen genutzt werden. Ello möchte anders sein und Künstlern dabei helfen, sich einen Lebensunterhalt durch die eigene Kreativität zu ermöglichen.

Ist das realistisch – ein soziales Netzwerk komplett ohne Werbung? Um diese Vorsätze sicherzustellen, gibt es eine ganze Reihe an Grundregeln. Dafür machten die Gründer von Ello das Netzwerk zur Public Benefit Corporation (PBC) – einer Organisation, die dafür sorgt, dass ein Gewinn für die Gesellschaft und nicht nur für einzelne Investoren erzeugt wird. Es werden nur Investoren genehmigt, die mit dieser Mission des Netzwerkes übereinstimmen.

Erstes Soziales Netzwerk mit (wirklichem) Datenschutzrecht?

In unserem ersten Artikel über Ello spekulierten wir noch – misstrauisch, wie man in Zeiten des Web 2.0 sein sollte – ob es wirklich bei der Devise „Keine Werbung auf unserem Portal“ bleibt. Denn immerhin sind auch andere soziale Netzwerke mit der Zeit der Werbeindustrie verfallen. Aber Ello schien von Anfang an anders zu sein. Und tatsächlich: Es ist keinerlei Werbung zu finden.

Vorteile für Ello-Nutzer

  • großer Hilfe- und FAQ-Bereich (Get started, Kategorien, Buy Button, Suchfunktion, Textformatierung, Verknüpfung über IFTTT, etc.)
  • Mobile Apps für iOS und Android verfügbar
  • komplette Transparenz
  • Features: Ello Emojis, Emoji Autocomplete, Hashtags, Verknüpfung mit IFTTT
  • Einzigartigkeit: eigene Sprache: Brot-Emoji unter Postings kommt einem Like gleich
  • Austausch zu Ideen und Techniken

Auf diese Weise könnt Ihr mit Ello Geld verdienen:

  • Buy Button: Verknüpfung zu Onlinestore/ Verkaufsseite des Produktes
  • Hire Me Button: potentielle Kunden sehen, ob Gestalter für Auftrag verfügbar
  • Collaborate Button: kollaborieren mit anderen Gestaltern
  • Vorstellung des eigenen Portfolios

Wie finanziert sich Ello?

Ello wird hauptsächlich von Investoren finanziert. Diese müssen jedoch mit den Wertmaßstäben des Netzwerkes zu 100 % übereinstimmen und dies auch unterzeichnen. Weiterhin werden Einnahmen durch den Verkauf von Ello-Merchandising Produkten über einen Onlineshop (Kollaboration mit Threadless) generiert.

Start ins Affiliate Marketing in Sicht?

Auf der Unterseite zum Buy Button findet sich ein kleiner Hinweise auf eine zukünftige Zusammenarbeit mit Affiliate-Partnern. Somit könnte es für Nutzer bald möglich sein, über Ref-Links ein paar zusätzliche Einnahmen zu erzielen.

Sucht man bei Ello nach dem Begriff “Affiliate”, so werden einem eine gute Hand voll Personen angezeigt, die sich mit der Branche beschäftigen. Unklar ist jedoch, inwieweit sie aktiv Affiliate Marketing auf der Plattform betreiben.

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Wie steht es aktuell um Ello?

Ello kam im Frühjahr 2014 genau zur rechten Zeit, als die Skepsis gegenüber Facebook wegen vieler Datenschutzpannen weltweit immer größer wurde. Doch der Hype um das Kreativ-Netzwerk, das zu seinen Hoch-Zeiten bis zu 45.000 Anmeldungen pro Stunde verzeichnete, ebbte schnell ab. Heute ist der einstige Facebook-Konkurrent mit gerade mal rund 400.000 aktiven Nutzern pro Monat nur noch in seiner Nische präsent.

Betrachtet man aktuelle Entwicklungen, so wird auch hier schnell deutlich, dass es um Ello still geworden ist. Eine Suche bei Google Trends ergibt, dass die Suche nach dem sozialen Netzwerk im Vergleich zum Gründungszeitraum deutlich abgenommen hat.

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Auffällig ist jedoch, dass die Personen, die sich für das Netzwerk interessieren, vorwiegend aus dem skandinavischen Bereich kommen. Platz 1 belegt laut Google Trends Finnland, gefolgt von Norwegen und Dänemark.

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Kritiker werfen Ello vor, keine wirkliche Alternative zu Facebook zu sein, denn es würden viele grundlegende Funktionen fehlen. Die private Kommunikation der Nutzer untereinander über einen Chat ist bei Ello momentan nicht möglich. Dafür stehen hochwertige Inhalte im Vordergrund, und so bietet Ello vor allem für Künstler und Fotografen das ideale Umfeld.

Fazit

Ello ist also kein Konkurrent zu Giganten wie Facebook, Pinterest oder Instagram. Das will das Netzwerk aber auch gar nicht sein. Stattdessen fokussiert es sich auf die Bedürfnisse von Kreativen und überzeugt vor allem mit seinem klaren, minimalistischen Design. Der Texteditor und die Funktionen zum Verkauf der eigenen Kunstwerke bestärken diesen Eindruck. Das grenzt natürlich auch viele andere User aus. Die Zukunft wird deshalb zeigen, ob dieser Fokus langfristig genug Interessenten an Land ziehen wird. Für Kunst- und Design-Fans ist die Plattform auf jeden Fall einen Blick wert. Für sie ist Ello eine vielversprechende Ergänzung zu den großen Netzwerken.

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