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Wann zählt Video View und wie betrügt Facebook


Von Affiliate Deals | 03.Dezember 2015

Facebook löst YouTube bei den Videozugriffen ab. Ob das stimmt und ab wann ein “View” wirklich zählt, klären wir hier.

Eine der häufigsten Fragen, die im Zusammenhang mit YouTube bei Google gestellt wird, ist folgende: “Ab wann zählt ein View?”. Das ist in der Tat eine aktuell sehr brisante Frage. Facebook hat nämlich vor kurzem bekannt gegeben, dass es 8 Milliarden tägliche Views seiner auf der Plattform hochgeladenen Videos hat. Damit wäre die Plattform deutlich größer als YouTube (YT) und die weltweit größte Videoplattform.

Youtube oder Facebook Diagramm© affiliate-deals.de

Contentcreator gehen gerade auf die Barrikaden gegen diese Zahlen. Es scheint nämlich so, dass Facebook (FB) eine große Anzahl der Views stiehlt und falsch berechnet.

Warum ist das so wichtig? Es geht wie immer um Geld: Die Zahl der Video Views ist noch maßgeblich für das Honorar, das ein Contentcreator erhält. Bei jedem Aufruf werden Werbeanzeigen durch FB oder YT ausgeliefert und dafür bezahlen die Auftraggeber. Ein Teil der Einnahmen geht an die Produzenten der Videos. Ergo: Mehr Views = mehr Anzeigen = mehr Bezahlung.

Für YouTubes neues Abomodell Red soll in Zukunft aber die Zeit, die ein Zuschauer tatsächlich das Video schaut, als Maßstab für die Bezahlung dienen.

Ab wann wird also ein solcher “Aufruf” tatsächlich gezählt?

Für Facebook ist das sehr einfach zu bestimmen: Ein Aufruf wird nach genau drei Sekunden in der Statistik vermerkt. Dabei ist es egal, ob der User nur auf seiner Wall nach unten scrollt, oder überhaupt den Ton des Videos anschaltet.

Wahrscheinlich produziert jeder von uns 10-20 Views pro Tag, nur weil wir unsere Wall betrachten. Gamer nennen solch ein Verhalten zu Recht cheaten, denn wirklich angeschaut hat der Nutzer das Video hier nicht, aber FB muss die 8 Milliarden Views ja irgendwie zusammenbekommen.

Statistiken von Facebook-Nutzern lassen vermuten, dass maximal 30 Prozent der Videos tatsächlich aktiv angesehen werden.

Youtube Screenshot© Youtube.de - PewDiePie

70 Millionen Views hat der weltweit größte YouTuber “PewDiePie” unter seinem Video. Viele Views = Viel Geld.

Für YouTube ist dieser Moment, ab dem ein Besucher als “View” zählt, nicht so leicht zu bestimmen. Im Netz hält sich hartnäckig die Angabe von “nach etwa 30 Sekunden”.

YouTube selbst gibt dazu wenige Informationen heraus. Was die Videoplattform deutlich macht ist, dass sie alles dafür tun, unechte Zuschauer zu filtern. Bots und gekaufte Viewer versucht YouTube nicht in die Aufrufzahlen einzubeziehen, ebenso wie “zufällige Wiedergaben”.

YouTube schreibt:

Ein Aufruf sollte ein Messwert für tatsächliches Interesse und kein Indiz dafür sein, wie viele Nutzer versehentlich oder ohne es zu wissen die Wiedergabe des Videos gestartet haben.

Das liest sich wie ein Seitenhieb auf die Politik von Facebook. Tatsächlich lässt sich die “30-Sekunden-Regel” beim sozialen Netzwerk jedoch kaum sinnvoll anwenden, da ein Großteil der Videos niemals eine Länge von 30 Sekunden erreicht.

Laut des Blogs von Hank Green würde Facebook ohne Trickserei auf höchstens ein Fünftel der Views von YouTube kommen.

Jahr Preis in Eurocent
YouTube ca. 30 Sekunden
Facebook 3 Sekunden
Twitter 3 Sekunden
Vine ca. 6 Sekunden
Instagram 3 Sekunden
Snapchat 1 Sekunde
Vimeo Auf Klick
Vidme 3 Sekunden

Zusammengefasst zählt also bei Facebook ein Video View nach 3 Sekunden, bei YouTube sollten es mindestens 30 sein.

Freebooting

Die 3-Sekunden-Regel reicht Facebook natürlich nicht allein für 8 Milliarden Views: Auch das soziale Netzwerk ist abhängig von Content. Einerseits generieren sie viel LowEnd-Content, für den auf professionalisierten Plattformen wie YoTube kein Platz mehr ist. Früher hat man das Video einer niedlichen Katze, die in einer Box die Treppe herunterfährt bei YouTube geschaut, heute ist die Plattform der Wahl Facebook.

Andererseits profitiert Facebook vom sogenannten Freebooting. Dabei stiehlt ein Nutzer das Video eines Contentcreators und lädt es auf einer anderen Plattform hoch. Die Views und Werbeeinnahmen kommen damit ihm zugute. Facebook unterstützt das Freebooting aktiv. Es scheint sehr aufwendig, eine Urheberechtsverletzung zu melden und bis die Plattform das Video entfernt, vergehen mehrere Tage. Das ist genau die Zeit, in der ein neues Video die größte Aufmerksamkeit oder View bekommt.

Natürlich liefert Facebook in der Zeit unzählige Werbeanzeigen neben den gestohlenen Videos aus. Smarter Every Day erklärt Freebooting in diesem Video noch einmal mit einer kurzen Fabel. Untertitel lassen sich einschalten.

Angestoßen wurde die Diskussion hierzulande von einem der größten deutschen Kanäle: In a nutshell – kurzgesagt beschweren sich ebenfalls über massive Gewinneinbußen.

Fazit

Facebook wertet seine Statistiken hier ganz klar auf. Die Intention dahinter ist simpel: Wer mit schierer Größe protzen kann, zieht mehr professionelle Contentcreator auf seine Seite. Denn je mehr Zuschauer ein Video hat, desto mehr Geld kann der Creator verdienen. Das ganze wird zur Spirale: Mehr Content bedeutet auch mehr Anzeigen und damit mehr Umsatz für Facebook. Die 8-Milliarden-Meldung sieht nach einer versuchten Initialzündung aus, um tatsächlich irgendwann einmal mit YouTube konkurrieren zu können. Mit unlauteren Methoden und offenkundigem Betrug könnte das aber nach hinten losgehen.