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Niveauloses YouTube – Pranks und Schläge machen mehr Reichweite als Inhalte


Von Affiliate Deals | 23.März 2016

Es brodelt seit einigen Wochen unter den etablierten Creators von YouTube. Sie sehen sich einer neuen, jungen Gruppe von Filmemachern gegenüber, die die Trending-Seiten bestimmen. Was da los ist und wie wir uns diese Taktiken zunutze machen können, das klären wir in einem kurzen Statusupdate.

Seit Wochen sind die Stars der Plattform in heller Aufruhr – zunächst die ausländischen, nun die deutschen. Sogar LeFloid setzt sich mit dem Thema auseinander, und das tut der YouTuber nur, wenn darüber schon viele Menschen sprechen und er damit Reichweite machen kann.

youtube-hat-sich-veraendert© youtube.com

“Stars” ist hier übrigens wörtlich zu verstehen, es sind nämlich die Großen, die sich aufregen. PewDiePie (44 Mio. Abonnenten) zum Beispiel oder Markiplier (12 Mio. Abonnenten). Hierzulande sind es unter anderem Unge und nun eben auch LeFloid. Der zeigt in seinem Video noch drei andere große YouTuber, die seiner Meinung sind. Die Größen der Plattform beklagen einen Verfall der Qualität. Früher sei alles besser gewesen und heute ginge es nur noch um Klicks und Geld.

Die neue Generation auf YouTube

Zwar fällt den Etablierten oft schwer, sich an die Veränderungen der Zeit zu gewöhnen, aber hier haben sie recht. Die Trending-Page von YouTube , die die aktuellen Trends aus der eigenen Region zeigt, ist voller “Pranks” und Clickbaitüberschriften. Unter den Videos stehen eine Menge unbekannter Namen: KsFreak, inscope21, ApoRed, Leon Machere – Wer sind diese Leute?

Sie gehören, kaum überraschend, alle zu derselben Gruppe und pushen sich gegenseitig. Ihr Metier ist Unterhaltung auf dem Niveau des RTL-Nachmittagsprogramms und sie erreichen damit ein Millionenpublikum. Sie schlagen, kotzen, beleidigen sich in ihren Videos und machen die “krassesten” Aufgaben. KsFreak möchte man nicht im echten Leben treffen, so “krass” wie der YouTuber vor der Kamera immer ausrastet und seine Kumpels verprügelt.

Der Inhalt der Videos ist neutral ausgedrückt mit “Unterhaltung” beschrieben. Denn viel mehr, als sich selbst zu inszenieren, machen diese Stars nicht.

Der größte der Crew, ApoRed hält wahrscheinlich den Rekord für das Video mit den meisten Dislikes in Deutschland und er ist ziemlich stolz darauf. Fünfstellig verdient er im Monat, hat er gerade in einem seiner Videos berichtet. Er befindet sich derzeit mitten in der heißesten Diskussion der Szene.

Kurz zusammengefasst: ApoRed macht ein Rapvideo, andere YouTuber parodieren es, ApoRed versammelt seine Crew, erklärt wie gemein er das findet und gibt alsdann bekannt, dass das Rapvideo nur ein Vorläufer der echten, bald kommenden Version sei, inklusive des Eingeständnisses, dass er geklaute Musik im ersten Video verwendet hätte. Die neue Version bricht übrigens den Rekord in Deutschland für die meisten Views in 24 Stunden. Klingt absurd? So tickt YouTube-Deutschland derzeit.

Wie Ihr klickstarke Vorschaubilder bei YouTube erstellt

Was tatsächlich aber hervorragend funktioniert, ist Clickbait. Das können wir uns zu Nutze machen. Schauen wir uns die Videoseite von ApoRed einmal an, fallen die vielen roten Kreise und Pfeile auf.

klickstarke-teaser-youtube© youtube.com

Rote Kreise und Pfeile bringen Klicks

Das ist der letzte Schrei in der YouTube-Gemeinschaft. Die kleinen Vorschaubilder sind der wichtigste Faktor dafür, ob jemand auf ein Video klickt, neben einem vielversprechenden Videotitel. Das Ganze muss, wie Ihr oben im Bild seht, noch nicht einmal sonderlich hochwertig sein.

IMPACT heißt die verwendete Schriftart, um die Buchstaben kommt eine Kontur in einer anderen Farbe, die Kreise macht Ihr schön dick und fertig ist das Clickbait-Thumbnail. Achtet nur darauf, dass das, was ihr da in der Vorschau zeigt, auch wirklich im Video vorkommt. Mehr Tipps zum perfekten Thumbnail haben wir hier für Euch.

mehr-pfeile-und-kreise-youtube© youtube.com

Was das für YouTube heißt

Die Branche professionalisiert sich schon seit einer längeren Zeit. Die Abozahlen werden immer höher, weil immer mehr Menschen YT nutzen und damit kommt die Plattform im “Mainstream” an.

Der Mainstream im Fernsehen hingegen besteht in Deutschland aus privaten Sendern und die produzieren Formate wie “Berlin – Tag & Nacht” nicht zum Selbstzweck. Die Masse will genau diese Unterhaltung konsumieren, “einfach mal ablachen” und vom Alltag abschalten, wenn Simon Desue und KsFreak sich gegenseitig mit einem Gürtel schlagen.

Außerdem dürfen wir an der Glaubwürdigkeit der Etablierten-Proteste zweifeln: LeFloid verdient sein Geld damit, bereits existierende Boulevardnachrichten reißerisch vor der Kamera zu präsentieren, Simon Unge damit, Computerspiele zu spielen und Skateboard zu fahren. Das ist streng genommen auch noch eine Liga entfernt von dem, was beispielsweise Kurzgesagt produziert.

Guter Content ohne Pranks

Wer authentischen Content mit Inhalt sucht, der könnte mal im Kanal von Fynn Kliemann vorbeischauen. Der war gerade erst bei SternTV geladen und Spiegel Online hat ihn auch schon entdeckt. Kliemann heimwerkt auf seinem Kanal und präsentiert sich und seine Arbeit mit viel norddeutscher Ironie.

Oder wie wäre es mit Grundlagen in Jura vom Medienanwalt Christian Solmecke? Im Format “Jura Basics” erklärt er bspw. wann man vor Gericht schweigen darf, wie eigentlich ein Vertrag im rechtlichen Sinne zustande kommt, oder wie Ihr Richter werden könnt.

Fazit

Letztlich entscheidet der Zuschauer, was er sehen möchte. YouTube professionalisiert sich und bietet nun für unterschiedliche Konsumenten unterschiedliche Inhalte an. Anders als im Fernsehen, dürft Ihr aber selbst entscheiden, wann Ihr was genau schauen möchtet. Und gegen Content, den man schlecht findet, haben alle etablierten YouTuber den gleichen guten Rat: Was nicht angeklickt wird, wird nicht mehr produziert. Also einfach nicht draufklicken.