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Erweiterte Realität – Die Technik hinter Pokémon Go auf dem Prüfstand


Von Affiliate Deals | 21.Juli 2016

Pokémon Go hat ein Erdbeben ausgelöst. Kein anderes Thema beherrscht so nachhaltig die sozialen und klassischen Medien, nicht einmal der Brexit. Wir wollen heute aber keine Pokémon Tipps geben, sondern einmal die Technologie hinter dem Welterfolg betrachten: Augmented Reality (AR).

Dazu müssen wir trotzdem kurz in die Geschichte von Pokémon Go schauen. Dass das Spiel so sehr einschlägt, ist zwei Faktoren geschuldet: Einer “innovativen” Spieltechnik, bei der der Spieler in der tatsächlichen Welt auf die Jagd nach virtuellen Inhalten geht und dem populären Franchise Pokémon. Die Taschenmonster gibt es seit 20 Jahren und sie sind nach Super Mario der wesentliche Grund dafür, dass Nintendo überhaupt noch existiert.

Die „innovative“ Spieltechnik ist dagegen eigentlich ein alter Hut. Pokémon Go ist nichts anderes als die Neuveröffentlichung eines bereits seit 2013 existierenden Spieles mit neuer Grafik. Ingress heißt das Spiel, das Niantic, das Studio hinter Pokémon Go, vorher produziert hat. Vermarktet wurde Ingress von dem Dienst auf dessen Karten auch das neue Pokémonspiel basiert: Google.

Pokemon Go Screenshot aus dem Spiel

Nur war Ingress etwas für Nerds, die Spaß daran hatten eine erweiterte Realität auf ihrem Telefon zu erleben und Teil eines weltweiten Spiels zu sein. Der Pokémonfranchise macht das Nerdspiel nun massentauglich. Übrigens war die originale Spielidee der Taschenmonster unter anderem auch, Jugendlichen die Natur näher zu bringen. Das wird nämlich mit voranschreitender Urbanisierung in Japan, dem Geburtsland von Pokémon, immer schwieriger. Spätestens 20 Jahre nach der Erfindung sollte das nun endlich geglückt sein (sofern die App dann auch in Japan zugänglich ist).

Wie AR funktioniert

Augmented Reality heißt das Konzept, das hinter Ingress und Pokémon Go steckt. Zu Deutsch bedeutet das “Erweiterte Realität” und ist damit schon fast selbsterklärend: Die echte Welt wird mit hilfreichen virtuellen Zusatzinformationen erweitert. Kennen könnt Ihr sie vor allem aus dem Fernsehen, vom Fußball und Football: Eingeblendete Linien auf dem Spielfeld sind zum Beispiel AR.

Superbowl Screenshot

Die virtuellen Einblendungen fügen sich nahezu perfekt ins Spielgeschehen ein. Es wirkt so, als würden die Spieler wirklich über der Linie stehen, gleichzeitig wird die Yardmarkierung aber nicht verdeckt. Rechts endet die blaue Linie korrekt, um das Logo nicht zu überdecken.

In anderen Ländern ist es darüber hinaus zulässig, auf diese Weise Werbung auf dem Spielfeld einzubinden. Wer schon einmal den Superbowl gesehen hat, weiß auch wie genau Augmented Reality heute schon funktioniert: Die Linien die den Raumgewinn anzeigen, bleiben in jeder Kameraperspektive wie fest auf den Boden gezeichnet, sogar unter den Füßen der Spieler, ohne sie zu überlagern.

In Pokémon Go wird AR eingesetzt um die Pokémon in die Umgebung, die die Kamera filmt, einzubetten. Außerdem werden besondere Orte “erweitert”, zu Arenen oder Pokéstops. Sehen kann man sie nur mithilfe des Smartphones, das die erweiterte Realität zeigt.

Virtuelle Objekte in die Realität einzubetten, ist ein aufwendiger Prozess. Das echte Bild muss aufgezeichnet werden und zur Interpretation an einen Server geschickt werden. Dort wird die Umgebung eingeschätzt und das Bild für die Darstellung der virtuellen Objekte vorbereitet. Erst jetzt werden die nicht-reellen Bilder in die Darstellung eingefügt, möglichst so, dass sie sich perfekt an die Umgebung anpassen. Das erfordert eine konstante Datenverbindung und Rechenleistung des Prozessors im Smartphone und das kostet Akku – eines der Hauptprobleme von Pokémon-Go-Spielern.

Die Einordnung des Spielers in die Welt funktioniert nach dem selben Prinzip, nur das hier Positions- und Sensordaten des Telefons verarbeitet werden und keine Kamerabilder.

Augmented Reality und Werbung

AR eignet sich nicht nur hervorragend zum Spielen oder für Sportübertragungen, auch in der Werbung ist sie höchst hilfreich. Das beste Beispiel dafür ist der Vorstoß von Ikea: Mit einer eigens entwickelten App lassen sich die Produkte des Möbelkonzerns direkt in das eigene Zimmer einbetten, ganz so wie Ihr das wahrscheinlich gerade mit Pokémon macht. Der potentielle Käufer kann sofort sehen, wie das Möbelstück in seinem Schlafzimmer wirkt.

Und mit Geräten die immer kleiner werden ergeben sich noch viel mehr Möglichkeiten. Mit einer Datenbrille, wie beispielsweise Google Glasses, lassen sich dem Nutzer jederzeit Werbung oder Zusatzinformationen einblenden, perfekt an seine Situation angepasst. Wie die Zukunft aussehen könnte, zeigt eindrucksvoll folgendes Video. Die erweiterte Realität ersetzt nahezu die echte Umgebung und flutet den Benutzer mit Informationen.

Marketing & Sicherheit

Marketing funktioniert aber nicht nur innerhalb von AR sondern auch mit ihrer Hilfe. Viele Unternehmen nutzen den Social-Media-Boom von Pokémon und stellen Screenshots mit den Monstern aus ihrem Büro online. Manch einer ist besonders einfallsreich und findet, ganz zufällig natürlich, ein Pokémon auf dem Produkt seiner Firma oder neben dem Logo. Das ist übrigens rechtlich grenzwertig: In Deutschland darf niemand eine fremde Marke zum Imagetransfer benutzen. Dass Nintendo seine Rechte einklagt, ist aber unwahrscheinlich, da sie an der weiteren Aufrechterhaltung des Hypes interessiert sein dürften. Insofern kann es als schlaue Marketingstrategie gewertet werden. Mehr zum Thema Recht findet Ihr in diesem Blog.

Abschließend noch ein kurzer Sicherheitshinweis: Pokémon Go stellt derzeit eines der größten Sicherheitsrisiken für Androidsmartphones dar. Wenn Ihr das Spiel vor dem offiziellen Deutschlandstart heruntergeladen habt, solltet Ihr einmal hier nachlesen, wie Ihr Euer Telefon und Eure Daten schützt. Und wem der ganze Hype zuviel wird, für den gibt es eine hilfreiche Erweiterung für Chrome: Pokémon No fahndet nach den Schlüsselbegriffen des Spiels und ersetzt Inhalte die damit zu tun haben durch weiße Flächen. Gut möglich, dass Eure Facebookwall dann nur noch ein großer weißer Kasten ist, aber dann ist endlich Ruhe.

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