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Geoblocking – macht eine Regionalsperre noch Sinn?


24.05.17 | Wer im Ausland seine Abos von Netflix und Co. nutzen wollte, schaute bisher in die Röhre. Schuld daran ist das sogenannte „Geoblocking“, das über die IP-Adresse den Standort des Nutzers ermittelt. Hält der User sich außerhalb seiner Vertrags-Region auf, wird der Zugriff auf den Content einfach verweigert. Aber was nützen Dir die besten Streaming-Anbieter, wenn Du im Urlaub auf Deine Lieblingsserien verzichten musst? Die Alternativen dazu sind entweder mit erheblichem Aufwand verbunden oder zwingen manche User sogar zu illegalen Methoden. Welche das sind, erfährst Du im folgenden Abschnitt. Offline-Modus – Lieblingsserien oder Filme lokal speichern: Anbieter wie Maxdome oder Netflix erlauben es Dir, Inhalte vorab herunterzuladen und anschließend offline anzuschauen. Der Download nimmt allerdings einige Zeit in Anspruch – eine spontane Auswahl ist dadurch nicht mehr möglich. Zudem benötigt der Download entsprechend viel Speicherplatz auf Deinem Smartphone oder Tablet – bei Mobilgeräten ist da schnell das Ende der Fahnenstange erreicht. Die Offline-Unterstützung ist außerdem von Anbieter zu Anbieter verschieden. DVDs und Blu-Rays im Handgepäck: Auf Reisen ist jegliche Form von Ballast eigentlich zu vermeiden, allerdings lässt sich die ein oder andere DVD-Box sicherlich noch unterbringen. Verfügt Dein Notebook z.B. über ein entsprechendes Laufwerk, kannst Du Dich auch im Urlaub absolut region-free bewegen. Ansonsten gilt: In der EU herrscht der Regionalcode 2 bzw. B/2 bei Blu-ray Discs. So kannst Du das Geoblocking umgehen: Die Erfassung des aktuellen Standorts kann mit Hilfe eines Proxy-Servers umgangen werden, denn der Proxy reicht Deine Anfrage an den Streaming-Dienst weiter und umgekehrt. Die IP-Adresse bleibt dadurch geheim und das Geoblocking verläuft im Sande. Diese Praxis ist rechtlich noch immer umstritten und bewegt sich zudem außerhalb der technischen Möglichkeiten der meisten User. Darauf solltest Du besser verzichten – die illegalen Streaming-Dienste: Ist der Content trotz Abo im Ausland nicht verfügbar, greifen manche Nutzer aus Trotz zur illegalen Konkurrenz. Abgesehen von den offensichtlichen Gefahren wie Adware und Trojanern, die solche Portale beinhalten können, verletzt Du außerdem die Urheberrechte und musst im schlimmsten Fall mit entsprechenden Konsequenzen rechnen. Stärkung digitaler Märkte als Antwort auf veraltete Gesetze? Um illegale Streaming-Dienste einzudämmen, setzt sich die Politik für einen zeitgemäßen Umgang mit Geoblocking ein und wird in Kürze über eine Veränderung der Sperre im EU-Parlament entscheiden. Die Abstimmung darüber soll im Juni dieses Jahres stattfinden. Inkrafttreten würde die Novellierung dann voraussichtlich in 2018. Fallstricke bleiben die unterschiedlichen Streaming-Gebühren innerhalb der EU-Staaten sowie die länderabhängigen Sendevergaben.

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Amazon wirft Schnäppchen-Portale wie myDealz und Co. aus Partnerprogramm


24.11.16 | Wie Wortfilter.de gestern berichtete, wurden myDealz.de und andere Schnäppchen-Plattformen kurzfristig aus dem Amazon Partnerprogramm entfernt. Zu den Hintergründen wollte sich Amazon nicht äußern. Das Amazon Partnerprogramm ist einer der größten Umsatztreiber im Affiliate-Marketing überhaupt. Zigtausende Websites, Shops, Blogs und mittlerweile auch Podcasts verdienen mit, wenn deren User (über den passenden Link) beim Onlineversand einkaufen. Auch wenn die Gewinnspanne, je nach Produktkategorie, nicht unbedingt die höchste ist, fällt es als kleiner Publisher doch schwer, auf die zusätzlichen Provisionen durch Gelegenheitskäufe zu verzichten. Kaum Mehraufwand, einfach ein Widget eingebunden und schon wird mitverdient. Für solche Publisher ist die gestrige Meldung kaum von Interesse. Wie sieht es jedoch am anderen Ende des Spektrums aus? Kurz gesagt: schlecht. Rauswurf als globale Entscheidung Was war passiert? Wie Mark Steier in seinem Blogbeitrag schreibt, wurde er gestern von Mitgliedern der myDealz Facebook-Gruppe darauf hingewiesen, dass anscheinend keine Angebote vom Amazon PartnerNet zu finden waren. Eine Nachfrage bei Amazon ergab: myDealz wurde, zusammen mit einigen anderen Anbietern, vom Amazon Partnerprogramm ausgeschlossen. Die myDealz-Gruppe hat über 500.000 Mitglieder. Die Umsätze, alleine durch Amazon, dürften im Millionenbereich liegen. Gelegen haben – denn damit ist nun, bis auf weiteres, Schluss. Wie sich die Situation entwickeln könnte, beschreibt Steier in seinem Beitrag so: “Aus dem Umfeld von großen Preisvergleichsseiten bekam ich den Hinweis, dass Amazon derzeit bemüht sei, individuelle Verträge mit den jeweiligen Partnern abzuschließen. Am Ende des Tages wird Amazon wohl die Meinung vertreten, selbst stark genug für guten Traffic zu sein. Ob Amazon nun Preissuchmaschinen bezahlt oder nicht, ohne Einbeziehung der Amazon-Preise ist jede Preissuchmaschine für den Nutzer ohne Relevanz. Das bedeutet: Amazon könnte sich auch auf den Standpunkt stellen: Unsere Links könnt ihr gerne kostenlos haben, aber bezahlen werden wir nicht für den Traffic.” Ich denke, dass er mit dieser Einschätzung ziemlich nahe an der Wahrheit ist. Amazon hat durch seine Vormachtstellung eine einzigartige Verhandlungsposition, die auch von einer halben Million Facebook-Schnäppchenjägern nicht wirklich angefochten wird.

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