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Typosquatting im Affiliate-Marketing - Das kannst Du tun


Von Lena Rymkiewitsch | 13.Februar 2019

Sie passieren schnell und sind für den Nutzer wenig dramatisch: Tippfehler. Wenn die Finger mal wieder zu schnell sind oder die Schreibweise der gewünschten Seite unklar ist, können sich Tippfehler schnell einschleichen. Meist wird man dann einfach zu der gewünschten Seite weitergeleitet – oder man tippt den Markennamen einfach erneut ein. Doch aus Affiliate-Sicht sind diese Vertipper verheerender als vielleicht zuerst angenommen. Falsch geschriebene Internetadressen locken Betrüger an. Dann spricht man von Typosquatting. Wir sagen Euch in diesem Artikel, welche Auswirkungen das “falsche Eintippen” für Affiliates hat.

Typosquatting heißt im übertragenen Sinne soviel wie Tippfehler, wobei man bei “squat” von einer Hausbesetzung spricht. Genau darum geht es beim Typosquatting: Eine Person “besetzt” einen Domain-Namen, der nur wenige Buchstaben von einem geschützten Domain-Namen eines großen Unternehmens entfernt ist. Hierbei kann neben gezielten Schreibfehlern auch der Abschnitt nach dem Punkt, als Unterscheidungsmerkmal verwendet werden. Domänennamen, die zum Zweck der Typosquatting-Website www.beispiel.de erworben werden, könnten beispielsweise www.beispiel.de oder www.beispiel.com sein. Das Konzept basiert auf der Idee, dass Nutzer, die schnell in ein URL-Feld tippen, häufig ein Wort falsch schreiben und dann bei der Typosquatter-Domain statt der Händler-Domain landen.

Welche Bedeutung hat das für das Affiliate-Marketing?

Wenn sich ungebetene Gäste Vertipper-Domains sichern, werden sie diese höchstwahrscheinlich dazu nutzen, unerlaubt Gewinn zu machen. Und das auf Kosten des Affiliate-Marketings. Hierbei kann grob in drei Möglichkeiten unterschieden werden.

1. Direkte Weiterleitung

Verschreibt sich ein Nutzer unabsichtlich, wird er bei dieser Methode trotz Vertipper auf die gewünschte Webseite weitergeleitet. Dies ist für den Nutzer kaum nachvollziehbar, denn die Weiterleitung geschieht binnen weniger Millisekunden. Doch was bedeutet das für das Affiliate-Marketing? Ist der besagte Onlineshop als Partnerprogramm bei einem Netzwerk vertreten, betreibt also Affiliate-Marketing, können sich Typosquatter ganz einfach als Affiliate ausgeben und sich bei dem entsprechenden Partnerprogramm registrieren. Nach erfolgter Freigabe kann er dann einen Trackinglink generieren. Dieser Link wird dann im Zuge der Weiterleitung auf die Webseite des Onlineshops „zwischengeschoben“. Wird durch die Weiterleitung ein Kauf getätigt, erhält der als Affiliate getarnte Typosquatter zu Unrecht eine Provision.

2. Weiterleitung über Webseite

In diesem Fall erfolgt keine direkte Weiterleitung. Hier landet der Nutzer auf einer Seite, die thematisch und layout-technisch der ursprünglich gewollten Webseite ähnelt. Zusätzlich werden Banner und Links eingebunden, die dann zu der gewünschten Webseite führen. Klickt der Kunde diese Banner oder Links an, wird dem Betreiber besagter Tippfehler-Domain ein Anteil an der Customer Journey zugesprochen und er erhält auch hier zu Unrecht eine Provision.

3. Weiterleitung an Mitbewerber

Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, an einen Mitbewerber weiterzuleiten. Einige Typosquatting-Domains beliebter Webseiten leiten den Benutzer automatisch auf eine andere, manchmal weniger beliebte Webseite um, die einen ähnlichen Dienst anbietet. Benutzer, die Domänennamen eingeben, obwohl sie falsch geschrieben werden, möchten häufig einen Kauf tätigen. Wenn sie zu einer anderen, aber nicht zu unterschiedlichen Seite umgeleitet werden, könnten sie am Ende ihren Einkauf dort statt bei dem Händler tätigen, den sie ursprünglich erreichen wollten. Dieses Szenario ist jedoch recht unwahrscheinlich.

Wie kann man Typosquatting entgegenwirken?

Gegen Typosquatting und seine Auswirkungen anzugehen beginnt mit der Prävention. Durch die Selbstregistrierung von Rechtschreibfehlern des Domänennamens können Unternehmen die Typosquatter abwehren, noch bevor diese zuschlagen können. Entsprechende Tools können helfen, eine Liste mit sämtlichen Vertipper-Domains zu erstellen.

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Wichtig hierbei ist, dass neben den Vertippern auch Top Level Domains berücksichtigt werden. Sprich Endungen wie “.de”, “.com”, “.net” und so weiter. Ist eine Liste erstellt, helfen Tools wie Screaming Frog dabei, Weiterleitungen zu analysieren und Typosquatter zu identifizieren. Solche Tool sind zumeistleider nicht kostenlos, versprechen aber schnellen Erfolg bei der Identifizierung und Bekämpfung der kriminellen “Hausbesetzer”. Aus rechtlichen Gründen ist es außerdem wichtig, dass Affiliates im Rahmen einer Partnerschaft Teilnahmebedingungen und AGBs zur Verfügung gestellt werden, um genau zu definieren, welche Werbearten erlaubt sind und welche nicht.

Fazit

Typosquatting stellt das Affiliate-Marketing und seine Akteure vor immer neue Herausforderungen. Vor ungebetenen Gästen schützt man sich am besten, indem man sie gar nicht erst rein lässt – sprich, möglichst alle Vertipper-Domains registriert. Hier schaffen entsprechende Tools Abhilfe. Auch vorher festgelegte Teilnahmebedingungen und AGBs helfen. Prävention lautet hier das Zauberwort. Wer dennoch von einem Typosquatter heimgesucht wird, sollte diesen sofort kontaktieren und gegebenenfalls rechtliche Schritte einleiten, denn Typosquatting verstößt in Deutschland gegen das Markenrecht.

Über den Autor: Lena Rymkiewitsch
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Lena schreibt seit 2018 für die Affiliate Deals Online Redaktion. Schon früh hegte sie großes Interesse an journalistischen Tätigkeiten. Hierbei begeistert sie sich vor allem für alle Themen rund ums Online-Marketing. Außerdem gehören Sport, Kinobesuche und gutes Essen zu Lenas Leidenschaften.

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