SEO 2015 – 8 SEO Experten schauen in die Zukunft

SEO 2015 – 8 SEO Experten schauen in die Zukunft

martin-missfeld Martin Mißfeldt
http://www.martin-missfeldt.de

Google wird natürlich den eingeschlagenen Weg weitergehen, grundlegende Änderungen sind nicht sprunghaft, sondern fließend zu erwarten. Ein Schwerpunkt bleibt sicherlich die klare Fokussierung auf bestmöglichen Content und gnadenloses Verfolgen von „nicht-richtlinienkonformen Strategien“ (als vor allem unnatürliche Links). Außerdem werden Usability-Aspekte stärker in das Ranking einfließen, z.B. Responsive Design und Ladegeschwindigkeit. Das Thema „https“, also verschlüsselte Website-Anbindung, war aus meiner Sicht eine Nebelkerze, mit der Google sich im Datenklau-Zusammenhang ein sauberes Image verschaffen wollte. Dass das ein relevanter Rankingfaktor wird, ist mehr als fraglich.

Wenn man in die Vergangenheit zurückschaut, dann hat Google stets mehrjährige Schwerpunkte in der Entwicklung gehabt. Das war zunächst das schnellere Ausliefern von Informationen, dann die Integration von Verticals in der organischen Suche (Bilder, News, Videos etc.) und zuletzt der Kampf gegen „Webspam“ und „Thin Content“. Die Entwicklungen der Panda- und Penguin-Updates zeigen, dass es zwar rumpelig mit vielen Kollateralschäden losging, aber inzwischen ziemlich leise und unaufgeregt über die Bühne geht. Google hat das Problem mit „schlechtem Content“ und unbefriedigender Usererfahrung nach meiner Einschätzung weitgehend im Griff.

Daher erwarte ich einen neuen Schwerpunkt, vermutlich in Richtung „intelligente Findmaschine“. Google wird noch mehr standortabhängige und userrelevante Faktoren heranziehen und in zunehmendem Maße versuchen, Fragen direkt in den Suchergenissen zu beantworten. Vermutlich wird das einerseit über aggregierte Daten laufen, und andererseit mit neuen Werbeformen einhergehen. Das wird natürlich Einfluss auf Trafficströme und Rankings haben. Der Kuchen, den sich die Seos teilen, wird also kleiner. Diese Entwicklung wird sicherlich juristisch flankiert und durch verschiedene Prozesse mitbestimmt. Wie frei Google mit seiner Suche agieren kann, wird sich vielleicht schon 2015 zeigen.

Neue Seo-Tools sehe ich zur Zeit nicht am Horizont. Die derzeitigen Anbieter haben sich ihre Bereiche soweit abgesteckt, und sie entwickeln sie jeweils sinnvoll weiter. Bei den Seo-Agenturen wird sich einiges tun. Die Entwicklung, dass sich verschiedene Spezialisten zusammenschließen, hat gerade erst begonnen. Logisch: Seo ist eben nur ein Player im großen Spiel „Online-Marketing“ – und um auf Dauer erfolgreich zu sein, braucht man ein gut funktionierendes Team.

marco-janckMarco Janck
Inhaber: Sumago

So leid wie es mir tut. Aber ich sehe SEO in Sachen Marketing-Priorisierung von Unternehmen nicht mehr auf der Überholspur und das liegt nicht daran, das SEO nicht weiterhin wichtig ist. Es liegt nach meiner Meinung an zwei entscheidenden Punkten:

· SEO ist deutlich schwieriger geworden und funktioniert oft nur in Verbindung mit anderen Marketing-Disziplinen, die oft schon seit langem mit größeren Budgets arbeiten können. Hier wird es SEO schwer haben seinen Platz zu finden bzw. zu verteidigen. Gerade in einer Welt, in der jeder meint SEO zu können, der nur einmal ein WordPress Template eingerichtet hat.

· SEO ist im Vergleich aktuell nicht hipp und hat den speziellen Reiz immer mehr verloren. Weniger Aufmerksamkeit bedeutet weniger Markt.

Aber das ist die allgemeine Sicht. Also das, was alle machen. Hier liegt wieder die Chance. Unternehmen, die verstehen zum Beispiel SEO mit Brandbuilding und Storytelling zu verbinden, die werden vielleicht im Netz gegen Amazon und Co. noch etwas reißen können. Genau für diese Möglichkeit bieten wir die CAMPIXX:Week (www.campixx-week.de) im März 2015 in Berlin an.

karl-kratz Karl Kratz
karl kratz online marketing

Suchmaschinenoptimierung wird 2015 auf der operativen Ebene definitiv von holistischen, intensiven und responsiven Online-Inhalten geprägt werden. Die Fähigkeit, mit exzellenten digitalen Inhalten umgehen zu können, wird einen sehr starken Fokus erhalten. Statische digitale Assets werden von dynamischen und kontinuierlich intensivierten Assets verdrängt werden.

2015 wird es sicherlich auch eine weitere Bewegung und Trends in der Optimierung für Nicht-Google-Suchsysteme geben. Immerhin haben wir in Deutschland ein paar tausend sehr potente Spezial-Suchsysteme, die Google hinsichtlich der Relation aus Wettbewerberdichte und Trafficqualität deutlich überlegen sind. Das darf man nur nicht öffentlich kommunizieren, sonst wird man sehr schräg angeschaut und für verrückt erklärt. Naja, zumindest von denen, die es noch nicht realisiert haben. ;-)

Unternehmen mit einer gelebten digitalen Strategie werden 2015 wohl für ein tiefergehendes Digitales Asset Management nutzen: Insbesondere die Reduktion veralteter oder nicht-rentabler Online-Assets, aber auch das Wettbewerber-Management werden in den Vordergrund rücken, um weiterhin wettbewerbsfähig zu bleiben.

fabian-rossbacherFabian Rossbacher
Veranstalter: SEO DAY

Ich persönlich glaube wir stehen kurz vor einer sehr großen Veränderung im SEO. Yandex in Rußland macht es Google vor und wenn wir mal ganz ehrlich sind wird es auch wirklich Zeit.

Die Manipulation durch gezielte Links mit scharfen Anchortexten klappt schon viel zu lange und Google bekommt es einfach nicht in den Griff.

Die Frage heut zu tage ist doch nicht mehr, ob es noch klappt sondern wieviele Links kann die Domain und das Ranking vertragen bis es kippt.

Sobald Google an dieser Schreibe eine elementare Änderung durchführt wird sich der komplette SEO-Link verändern. Dann werden Backlinks mit Gästebuchkommentaren oder Socialbookmarks gleichgestellt sein.

jens-fauldrathJens Fauldrath
Geschäftsführer: www.takevalue.de

Die Richtung die Google in der Suche verfolgt hat sich eigentlich nie verändert. Die Suche hat das Ziel die für den Nutzer relevanten Ergebnisse zu finden. Die eingesetzten Algorithmen hierfür sind bekannt, ebenso die Problemfelder, die es noch zu bewältigen gibt.

Auf der einen Seite bemüht sich Google den Inhalt besser zu verstehen. IT-SEO Basics wie gute Crawlbarkeit und der korrekte Einsatz von Schema.org sind und bleiben wichtig. Ebenso aber der mobile Zugang. Und leider gibt es hier zu viele Fehler, auf die wir immer wieder treffen. Falsch implementierte Länder- und Sprachenauszeichnungen, exzessiver Einsatz von Canonical-Tags, fehlerhafte Schema.org Auszeichnungen etc. Diese Basisfehler sind weit verbreitet und stehen jedem Erfolg im Weg.

Das Gleiche gilt für unsinnige und unstrukturierte Titel und Descriptions, und unsinnige interne Verlinkungen. Gerade weil Google zur Spambekämpfung den Aufbau externer Links massiv erschwert hat, ist die korrekte interne Verlinkung mit den richtigen Linktexten von zentraler Bedeutung. Und hierbei gilt für jede Seite innerhalb der Website, dem Nutzer sinnvolle Handlungsoptionen aufzuzeigen, diese explizit zu benennen und die Linktexte entsprechend zu vergeben.

Vor allem aber sollte die Nutzerperspektive immer im Vordergrund stehen. Ein Blick in die Guidelines der Google Quality Rater zeigt, dass Google auf nützliche, hilfreiche Inhalte Wert legt. Auch wenn menschliche Quality-Rater diese Klassifizierung besser vornehmen können als die Algorithmen von Google wird klar, in welche Richtung die Entwicklung gehen wird. Wenn heute beispielsweise beliebige Kategorietexte durchaus noch funktionieren, muss dieses morgen nicht mehr der Fall sein.

Wer heute in Inhalte für seine Website investiert, sollte immer die Nutzbarkeit der Website damit verbessern. WDF*IDF SEO Langtexte die keinen Bezug zum Angebot haben, aber wild irgendwelche Proofkeywords bedienen, können hier nicht nicht die Lösung sein. Vielmehr sollte man sich fragen, welche Informationen der Nutzer einer Kategorie braucht, um von der Kategorie zum richtigen Produkt zu kommen.

Gerade jetzt in der Weihnachtszeit kommt jeder in die Situation, dass er nach Produkten recherchiert, von denen man bestenfalls oberflächliche Erfahrung hat. Wenn ich jetzt auf einer Kategorie diverse Filtermöglichkeiten finde, wäre ich dankbar, wenn ich auf der Kategorieseite selbst eine Entscheidungshilfe und Erklärung zu diesen Filtern finde. Leider steht da aber oft nur eine ziemlich nutzlose Abhandlung über die Kategorie an sich, die ich im Zweifel in wesentlich besserer Qualität bei Wikipedia finde, die mich aber überhaupt nicht interessiert. In kurz, wer in 2015 noch SEO-Texte bestellt, die er lieber hinter Reitern verstecken will, dem sollte klar sein, dass diese Taktik nicht dauerhaft erfolgreich sein kann.
Andererseits gibt er hier auch Chancen für Dritte. Wer dem Nutzer hilft das für sich richtige Produkt zu finden, wer berät und Vertrauen dabei erweckt, wird sicher Erfolgreich sein und bleiben.

Es geht, wie schon immer, am Ende darum die Besucher meiner Website zu überzeugen und für mich zu gewinnen. Google will solche Seiten seinen Nutzern vorschlagen. Wichtiger aber, wir sollten unsere Kunden schon ein reinem Eigennutz überzeugen wollen. SEO und Usability gehören zusammen. Eigentlich schon immer, in Zukunft wird dieser Zusammenhang aber immer bedeutender.

marcus-toberMarcus Tober
Geschäftsführer: Searchmetrics

Ausgehend von der Evolution der Suche selbst hat es nicht erst in den letzten Jahren eine starke Weiterentwicklung sowohl von Suchmaschinen als auch daraus resultierend von SEO als Disziplin und Branche gegeben, die nun im Jahr 2015 auf einer neuen Ebene ankommen wird. Halten wir noch einmal fest: Themen und Entitäten statt Keywords und Variationen – interdisziplinäre Big Data statt weniger Stellschrauben – längere, öftere und intensivere Update-Zyklen statt Google Dance – etc.

Doch halte ich SEO angesichts dieser Entwicklungen nicht für irrelevant. Im Gegenteil: SEO ist, wenn man so möchte, ist „erwachsen geworden“ und hat sich weg von der reinen Taktik, Stichwort: Checklist-SEO, über einen nunmehr strategischen Ansatz hin zu einer ernstzunehmenden Disziplin entwickelt.

Mit den richtigen Mitteln, wie zum Beispiel unter Verwendung datengetriebener Analysen, hat sich SEO zu einer Maßnahme entwickelt, die etwa Content-Relevanz nicht nur messbar macht, sondern ebenso ermöglicht, relevanten Content für User überhaupt erst zu erstellen. Anders als die maschinen- und manipulations-zentrische Optimierung von früher unterstützt SEO 2015 die Erstellung wirklich konsumierbarer Inhalte, trägt somit zur Erzeugung tatsächlicher User-Relevanz und letztendlich zu einer optimalen User-Experience bei.

Eine Entwicklung, die aufgrund der User-Zentrik übrigens weit über den Suchmaschinenfokus hinaus reicht und Inhalte damit unabhängig von Google macht.

julian-dzikiJulian Dziki
Geschäftsführer: Seokratie

Es gibt seit Längerem mehrere Entwicklungen im SEO Bereich, die parallel verlaufen.
1. Schlechte Links bringen nichts mehr / schaden sogar. Dieser Bereich der „Billig-Links“ wird (hoffentlich) noch mehr abnehmen als bereits 2014.
2. Gute Links funktionieren immer besser. Was man vergisst: Wenn nur noch ein Bruchteil der Links funktioniert, dann ist dieser Bruchteil umso wichtiger.
3. Guter Content und eine für den Nutzer gute Webseite fließen immer besser ins Ranking mit ein.
4. Panda und Penguin Updates werden immer ausgefeilter und keinesfalls weniger!

Daraus folgt:
1. Entweder nur noch echte und gute Links aufbauen oder es sein lassen
2. Sich mehr um die User-Experience der Webseite kümmern

Das sind die Hauptaufgaben von SEOs im Jahr 2015. Ansonsten wird sich nicht viel ändern, aber Arbeit gibt es ja genug!

nicolas-sacotteNicolas Sacotte
Gründer: contentking.de

Ich glaube 2015 wird superspannend in Sachen SEO. Der Suchriese google gibt immer mehr Gas im Bereich „Trickerkennung“ und es wird immer schwerer deren Suchalgorithmus zu gamen. Das führt natürlich (und hoffentlich) auch dazu, dass Billiganbieter unter den SEO-Agenturen immer weiter vom Markt gedrängt werden, nicht zuletzt weil die Auftraggeber aka „Webseitenbetreiber“ ein zunehmendes Wissen aufbauen und Agenturleistungen kritischer hinterfragen.

Viel interessanter ist aber ein ganzheitlicher Blick auf das Thema „Search“. Dinge wie User Experience, Usabilty und zahlreiche andere Signale werden immer wichtiger. In Zeiten von Siri oder Amazon-Echo rückt die Voice-Search immer schneller in den Fokus von Searchmarketern.

Wir schafft man es nun als Onlinemarketing-Verantwortlicher, dass Siri oder auch die sprechende Amazon-Blechbüchse möglicherweise Resultate des Kunden zurück liefert? User tendieren dazu Superlative zu nutzen: das „beste“ Restaurant, der „günstigste“ Heizöllieferant, der „vertrauenswürdigste“ Arzt?

Alles potentielle Voice-Search-Longtailkombinationen, die für Firmen dann statt organischer Rankings nun von Siri oder Echo „ausgesprochene“ Empfehlungen werden. Und von Ranking kann da dann auch keine Rede mehr sein, denn die Automaten werden nur ein „bestes Restaurant“ empfehlen und nicht 10. Und zum Schluss kann ich nur raten: haltet andere Suchdienste im Auge!

Yandex, Bing und jede Menge andere Anbieter können auch guten Traffic liefern. Vielleicht nicht solche Massen wie google, aber Kleinvieh macht bekanntlich auch Mist. Und Kleinvieh tendiert i.d.R. dazu auch zu wachsen.

Categories: SEO News

Über den Autor

Sandro

Sandro

Als COO der Super Affiliate Network GmbH sammlt Sandro seit nun mehr als 10 Jahren wichtige Erfahrungen im Online Marketing, vor allem im Affiliate Bereich. Dabei ist das Aufspüren neuer Trends ein wichtiger Bestandteil seiner täglichen Arbeit geworden.




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